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Die Ruhrtalfähre verfügt über zwei Schiffe, die Hardenstein und die Kleine Fähre. Während die Hardenstein an unserer Stamm-Fährstelle am Ruhrtalradweg eingesetzt wird, übernimmt die Kleine Fähre Sonderaufgaben und steht als Reserve bereit. 

Kleine Fähre

Hardenstein


Die Kleine Fähre

Kleine Faehre

Das erste Schiff der Ruhrtalfähre ist eine mit Elektromotor betriebene Personenfähre. Sie wurde 2005 von der Ship-Art Werft im niederländischen Asperen auf Kiel gelegt und als Kasko nach Witten geliefert. 2006 wurde das Schiff dann von der Wabe ausgerüstet und fertiggestellt. Sie wird konventionell von einem feststehenden Propeller angetrieben und verfügt über ein Ruderblatt.

Die Fähre ist zugelassen für 16 Passagiere, oder 12 Passagiere mit Fahrrädern. Über eine spezielle Rampe können auch größere Fahrzeuge für Gehbehinderte an Bord genommen werden.

Im Schiffsrumpf befinden sich zwei Batterien, bestehend aus je 24 Primärzellen, die die Motoren mit 48 Volt und 2000 Amperestunden versorgen. Jede Batterie wiegt 1300 kg.
Die beiden Elektromotoren sind redundant ausgelegt und wirken auf eine Welle, so dass beim Ausfall einer Maschine die Fahrt fortgesetzt werden kann. Jeder Motor hat eine Dauerleistung von 5 kW und erzeugt ein Drehmoment von 40 Nm. Kurzzeitig können die Motoren auch je 7 kW leisten.

Mit einer Batterieladung kann die Fähre bis zu vier Tage betrieben werden, bis sie über Nacht wieder aufgeladen werden muss. In der Praxis werden die Akkus aber alle ein bis zwei Tage geladen, um die Batterien zu pflegen und genügend Reserven zu haben, falls die Stromversorgung an Land ausfällt, was beispielsweise bei einem Hochwasser passieren kann.

Während der ersten Winterwartung 2006/2007 wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt, die den Erkenntnissen der ersten Saison Rechnung trugen. So wurde beispielsweise die Einstiegsrampe für die Fahrgäste verlängert und elektrische Anlage bedienungsfreundlicher und zuverlässiger gemacht.
Außerdem wurde die Fähre auf ihre SUK-Vorführung (SUK = Schiffsuntersuchungskommission) vorbereitet, die das Schiff im April 2007 ohne Mängel bestand. Die SUK stellte der Hardenstein daraufhin ein Fährzeugnis für vier Jahre aus.

Daten:

Länge über Klappen: 11,30 m (Rumpf: 9,80 m)
Breite: 2,80 m
Gewicht: 10 t
Leistung: 10 kW

Rettungsmittel:

3 Rettungsringe (davon einer mit Rettungsleine und einer mit Nachtboje)
18 Rettungswesten (4 Kinderrettungswesten)





Die Hardenstein

Hardenstein

Die neue Hardenstein wurde 2004 als Katamaran von der Ewer Werft in Wischhaven bei Bremen gebaut und kann bereits auf eine bewegte Geschichte zurück blicken.

Ursprünglich sollte sie als sogenannter Aquacamper von maritim angehauchten Campingfreunden gechartert werden und deren Wohnmobile und Wohnwagen transportieren. 2004 war das Schiff eine der Attraktionen auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf, wo sie ausgestellt wurde. Sie fuhr bereits über Rhein, Elbe und die holländischen Kanäle. Doch das Projekt schlug fehl und so lag das Schiff jahrelang halb eingesunken in einem holländischen Seitenkanal bei Asperen.

2009 suchte die Wabe dann europaweit nach einer Werft, die einen Nachfolger für die inzwischen zu klein gewordene alte Fähre bauen könnte. Zufällig bemerkte auch der Erbauer der alten Fähre unsere Aktivitäten und teilte uns mit, dass hinter seiner Bauhalle der Rumpf (inzwischen war der Aquacamper ein Wrack) eines infrage kommenden Schiffes liege. Mit seiner Hilfe wurde der Kontakt zum Eigentümer hergestellt und der Rumpf erworben. Nachdem zahlreiche Formalitäten erledigt waren, wurde das Schiff dann im Februar 2010 per Schwertransport nach Witten gebracht, wo die Wabe eine Behelfswerft auf den Ruhrwiesen am Schleusenwärterhaus errichtete.

Von März bis Juli 2010 erweckte die Wabe mit Hilfe der Deutschen Edelstahlwerke das (noch gar nicht so) alte Schiff zu neuem Leben. Vom ursprünglichen Katamaran blieb nur das Äußere der beiden Schwimmkörper übrig. Um seinen Einsatz als Fähre gerecht werden zu können, erhielt das Schiff eine hydraulische Ladeklappe, ein neues Deck, ein Steuerhaus, zwei Motoren, eine neue Reling, eine neue Steueranlage, neue Bordelektrik, usw. Auch die beiden Schwimmkörper mussten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben, komplett umgebaut werden.

Aus diesen Gründen gilt das Schiff für die Behörden als Neubau.

Die Elektro-Motoren der Hardenstein liefern jeweils ein Drehmoment von 220 NM, was etwa der Leistung eines Mittelklassewagens entspricht. Im Gegensatz zu den Gleichstrom-Motoren der alten Fähre handelt es sich hier um Asynchron-Motoren, die mit Wechselstrom arbeiten und daher keine schleifenden Kontakte mehr haben. Daher sind diese Maschinen leiser und haben auch nicht das von den Gleichstrom-Motoren bekannte Überhitzungsproblem.

So konnte die nun Hardenstein getaufte Fähre bereits im Juli 2010 den regulären Fährbetrieb aufnehmen. Anfang 2011 wurden noch umfangreiche Änderungen am Rumpf vorgenommen, die dem Schiff mehr Stabilität und Auftrieb gaben.

 

Daten:

Länge ü.a. 15,40 m
Breite ü.a. 4,60 m
Tiefgang 0,70 m
Hauptantriebsleistung   
20 kW
Tragfähigkeit 4,5 t
Verdrängung 63 m3
Anzahl derFahrgäste 49
Hauptbaustoff Stahl
Bauort Wischhafen
Bauwerft Ewer Werft




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